Die Idee: Die Fähigkeit hohe Töne hören zu können, nimmt mit dem Alter gut messbar ab. Dies wird in einer Online-Altersverifikation genutzt, um

A) Minderjährigen den Zugang zu Adult-Content zu verweigern
B) Und umgekehrt Erwachsenen den Zugang zu Kinder- und Jugend-Communities zu verweigern


Hier können Sie das Prinzip selbst ausprobieren (zusammen mit jüngeren oder älteren Kollegen): -> Zum Test

Bisherige Presse-Berichterstattung:



RPR 1 Radiobeitrag 21.11.2007 - 18:20h rpr1.mp3 [1.954 KB]



Rheinzeitung 2.1.2008

 



Auszug aus RZ-Online Artikelarchiv vom 02.01.2008

Jugendschutz durch Hörtest für Internet-Nutzer

Koblenzer Softwareschmiede TCU AG setzt Idee von Urbarer um: Programm soll Kindern den Zugang auf Pornoseiten versperren

KOBLENZ. Sag" mir, was du hörst und ich sage dir, ob du volljährig bist: Wo im Internet Jugendliche von Pornoseiten ferngehalten werden sollen oder Kinderforen sicher sein sollen vor Pädophilen, könnte eine Software-Entwicklung aus Koblenz künftig per Kurz-Hörtest zuverlässig sieben: Das Computer-Programm "Soundcheck" - so der vorläufige Name - nutzt, dass Menschen ab einem bestimmten Alter hohe Frequenzen nicht mehr wahrnehmen. Die Trefferquote liegt laut den Erfindern bei mehr als 95 Prozent.

.. Nach einem BGH-Urteil, wonach die Personalausweisnummer als Jugendschutz nicht ausreicht, sieht der TCU-Vorstandsvorsitzende Guido Ciburski große Nachfrage nach Systemen zum Alters-Check von Surfern. Das Prinzip von "Soundcheck" erläutert er so: "Abhängig vom Alter hat der Mensch eine charakteristische Hörkurve: Die Fähigkeit, hohe Töne wahrzunehmen, nimmt ab. Und für die verbliebenen hohen Frequenzen ist eine höhere Lautstärke notwendig. Während die Kurve also bei Jugendlichen langsam ansteigt und bis 22 Kilohertz reicht, ist sie bei Erwachsenen kürzer und am Ende auch steiler." Das nutzt das Programm. Vor dem Zugang zur gewünschten Seite werden mehr als 20 Testtöne abgespielt. Der Nutzer muss zwischen "gehört" und "nicht gehört" entscheiden. Wer die höchsten Töne wahrnimmt, darf sich über ein gutes Gehör freuen - muss aber bei "Ab 18"-Seiten draußen bleiben. Das Prinzip funktioniert auch in umgekehrter Richtung, und die stellt Hefterich lieber in den Vordergrund: "Erwachsene könnten damit aus Kinder- und Jugendchats herausgefiltert werden. Das erschwert es Pädophilen, Kontakte anzubahnen. Schon allein, dass ein Test vorgeschaltet wird, könnte abschrecken", sagt Hefterich.

Damit der Test nicht ausgetrickst werden kann - etwa von Jugendlichen, die sich taub stellen, oder Erwachsenen, die vorgeben, alle Töne zu hören - sind Sicherungen eingebaut, so Ciburski. So sind Blindtöne eingestreut, zudem würden sich Jugendliche unbewusst durch ihre Hörcharakteristik verraten. Mit rund 4800 Probanden habe man "Soundcheck" bisher entwickelt und getestet. Die Entwicklung der laut TCU zum Patent angemeldeten Software sei so gut wie abgeschlossen, derzeit werde die Erkennungsrate noch verfeinert.

Gestiegene Anforderungen für den Jugendschutz im Internet spielen den Machern in die Hände. Erste Verhandlungen mit Anbietern von Internet-Seiten für Erwachsene sowie auch mit Betreibern von Jugendchats liefen bereits. Ein Vorteil von Systemen wie "Soundcheck" sei es, auch Spontankäufe zu ermöglichen", sagt Ciburski. ... (msn)

Der Hörtest im Netz: www.soundcheck.net.tc

http://rhein-zeitung.de/08/01/02/CA/00000019.html
02.01.2008 © RZ-Online
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